Lebensmittelverpackung am Beispiel unserer geliebten Pizzaschachtel

Ob im Restaurant, nach Hause geliefert oder aus dem Tiefkühlfach. Die Pizza muss frisch sein und schmecken. Hier hilft der richtige Transport und die passende Lebensmittelverpackung.

Pizza Faltschachtel gestapelt

Gestapelte Pizzaschachteln von der Seite

 

 

Was muss man bei einer Pizzaschachtel beachten?

Bei einer Pizzaschachtel handelt es sich um eine Faltschachtel aus Karton. Zunächst einmal muss Du unterscheiden, ob die Faltschachtel direkt das Lebensmittel berührt oder ob es eine sogenannte Sekundärverpackung ist. Das ist dann der Fall, wenn die Pizza mit einer Plastikfolie umhüllt ist: Wenn man also eine Tiefkühlpizza kauft, hat diese im Normalfall eine Kartonverpackung als Sekundärverpackung. Die Primärverpackung ist hier dann eine Plastikfolie.

Primärverpackung und Sekundärverpackung bei Pizzaschachtel

“Zum Mitnehmen bitte!” Kauft man im Gegenzug eine Pizza beim Italiener, packt dieser die die Pizza direkt in eine Faltschachtel aus Karton ein. Jetzt ist die Kartonverpackung die Primärverpackung. Und da gilt es jetzt Einiges zu beachten:
Zunächst muss der Karton der Faltschachtel lebensmittelunbedenklich sein. Der Begriff erklärt sich eigentlich schon selbst: Lebensmittelunbedenkliche Kartons können mit Lebensmittel in Kontakt kommen, ohne dass das Lebensmittel, in unserem Fall also die heiße und fettige Pizza , davon Schaden nimmt. Der Karton gibt also keine Bestandteile von sich ab, die in die Pizza eindringt und damit den Menschen schadet. Die Fachleute sagen jetzt: Der Karton migriert nicht.

Eine verbindliche Norm oder Definition für den Begriff “lebensmittelunbedenklich” gibt es in Deutschland und der EU nicht richtig. Es gibt mehrere Richtlinien, die sich in diesem Fall überschneiden.

Einsatz von Druckfarben bei Lebensmittelverpackungen

Druckfarben Pizzaschachtel

So, jetzt haben wir den Karton schon einmal erledigt. Aber eigentlich wichtiger ist die Druckfarbe. Hierzu findet man online enorm viel Literatur. Hier gilt es ebenfalls, dass Druckfarben nicht migrieren dürfen. Bei der Herstellung von Verpackungen für Lebensmittel müssen also unbedingt migrationsarme Farben eingesetzt werden. Eine migrationsarme Farbe ist eine Druckfarbe bei der sichergestellt ist, dass bei sachgerechter Verwendung auf geeignetem Substrat (in unserem Fall der Karton) eine eventuelle Migration unter den gültigen Grenzwerten liegt. Diese migrationsarme Farbe muss nun verpflichtend eingesetzt werden, wenn ein Übergang von nicht bewerteten Substanzen aus der Druckfarbe auf das verpackte Lebensmittel nicht ausgeschlossen werden kann. Das bedeutet konkret, wenn zwischen Druckfarbe und Lebensmittel ein direkter Kontakt besteht.

Bleiben wir doch einmal bei unserem Beispiel der Pizzaschachtel. Grundsätzlich ist dies das gleiche wie schon oben einmal erklärt. Bei einer Tiefkühlpizza gibt es ja meistens noch eine Plastikfolie zwischen dem Karton und der Pizza. Hier ist also der Einsatz von migrationsarmen Farben nicht notwendig. Bei der Pizza vom Italiener hingegen schon. Hier ist es unbedingt erforderlich, dass die Farbe migrationsarm ist. Aber: Die direkte Berührung von Lebenmittel und bedrucktem Material ist laut Verordnung 2023/2006 Teil3 (EC) (PDF) sowieso nicht gestattet. Hier gilt also: Keine Druckfarbe verwenden!
Ein komplexes Thema also! Im Zweifelsfall immer die Druckerei fragen. Ein gute und erfahrene Verpackungsdruckerei kann hier Auskunft geben und kompetent beraten. Die Druckerei kann auch eine sogenannte Konformitätserklärung erstellen. Diese bestätigt, dass das Druckprodukt, also die Verpackung für das geplante Vorhaben geeignet ist. Dann ist man zunächst einmal auf der sicheren Seite.

Hinweis für den Digitaldruck und Fazit

Man könnte annehmen, dass flüssiger Toner (wie bei der HP Indigo) oder trockener Toner (wie zum Beispiel bei Xerox) um einiges schädlicher für die Umwelt und den Menschen sein könnten. Jedoch ist das nicht der Fall. Grundsätzlich erfüllt Digitaldruckfarbe die Anforderungen und ist lebensmittelunbedenklich. Im Zweifelsfall sollte auch hier bei der Druckerei nachgefragt werden. Also noch einmal in Kurzform:

1. Bei allen Substraten (Papier und Farbe) muss man darauf achten, dass das Substrat migrationsarm ist.
2. Ein direkter Kontakt einer bedruckten Fläche und dem Lebensmittel ist nicht gestattet.

Wusstest Du, …
… dass der Apple’s Macintosh LC II unter dem Namen “Pizza Box” lief? Bei dem Gehäuse, kein Wunder!
… dass es auf Flickr eine eigene Gruppe für Pizzaschachteln gibt?